Warum die Unternehmensnachfolge ohne modernes ERP scheitert

Ein Input von Matthias Notter

Die stille Krise in Schweizer Familienbetrieben

Es ist ein Szenario, das sich in diesen Monaten in hunderten von Schweizer Unternehmen abspielt: Der Patron sitzt im Büro, schaut auf die Jahrzehnte seiner Arbeit zurück und denkt an die Übergabe. Die Tochter ist bereit, der Sohn hat Interesse signalisiert, oder die externe Nachfolgerin wartet schon. Alles sieht gut aus – bis zum ersten Tag nach der Übergabe.

Dann passiert das, was ich in meinen Gesprächen mit Unternehmern immer wieder höre: Das Chaos beginnt.

Die neue Generation öffnet die Schränke des Unternehmens und findet nicht ein modernes, strukturiertes System vor. Stattdessen treffen sie auf ein Labyrinth aus Excel-Listen, auf Insellösungen, die nur der langjährige Mitarbeiter versteht, auf Prozesse, die «schon immer so gelaufen sind», und auf Wissen, das ausschliesslich im Kopf des Gründers existiert. Das Lebenswerk des Patrons wird zur Zerreissprobe für die nächste Generation.

Das ist nicht nur ein technisches Problem. Es ist ein existenzielles.

Die unsichtbare Schuld der Vorgänger

Viele Unternehmer, die heute ihre Nachfolge regeln, haben ihre Systeme nicht für die Zukunft gebaut. Sie haben sie für die Gegenwart gebaut – für ihre Gegenwart. Und das ist verständlich. Wenn Sie 30 Jahre lang erfolgreich mit einer bestimmten Infrastruktur arbeiten, warum sollten Sie sie ändern?

Das Problem ist nur: Unternehmenswissen ist nicht automatisch übertragbar.

Der Patron kennt die Lieferanten, weil er sie persönlich kennt. Er weiss, welcher Kunde problematisch ist und welcher zuverlässig. Er hat ein Gefühl für die Margen, die Saisonalität, die Risiken. Dieses Wissen sitzt in seinem Kopf – und es verlässt das Unternehmen, wenn er geht.

Eine Nachfolgerin, die das Unternehmen übernimmt, steht dann vor einer unmöglichen Aufgabe: Sie soll ein Unternehmen führen, dessen Logik sie nicht versteht. Sie soll Entscheidungen treffen, ohne die Informationen zu haben, auf denen diese Entscheidungen basieren. Sie soll wachsen, ohne zu wissen, wie das Unternehmen eigentlich funktioniert.

Das führt zu Verzögerungen, zu Fehlentscheidungen, zu Frustration – und oft zu einem Wertverlust des Unternehmens selbst.

Das Problem mit den Insellösungen

Ich spreche mit vielen KMU-Führungskräften, und immer wieder höre ich die gleiche Geschichte: Das Unternehmen läuft auf verschiedenen Systemen, die nicht miteinander sprechen. Die Buchhaltung hat ihr System. Der Verkauf hat sein System. Die Lagerverwaltung hat ein anderes. Und überall dazwischen: Excel. Tausende von Excel-Dateien, die manuell gepflegt werden, die sich widersprechen, die niemand richtig versteht.

Das funktioniert – solange der Gründer da ist, um die Lücken zu füllen. Aber sobald die Nachfolge ansteht, wird klar: Diese Struktur ist nicht skalierbar. Sie ist nicht dokumentierbar. Sie ist nicht übertragbar.

Ein modernes ERP-System wie Microsoft Dynamics 365 Business Central ändert das fundamental. Es schafft nicht nur Ordnung – es schafft Transparenz. Und Transparenz ist das Fundament jeder erfolgreichen Übergabe.

Warum ein modernes ERP die Nachfolge vereinfacht

Ein modernes ERP-System strukturiert nicht nur Ihre Prozesse – es strukturiert auch Ihr Wissen.

Transparenz statt Geheimnis: In einem integrierten ERP-System sehen Sie auf einen Blick, wie Ihr Unternehmen wirklich funktioniert. Welche Produkte sind profitabel? Welche Kunden zahlen pünktlich? Wo entstehen Engpässe? Diese Informationen sind nicht mehr im Kopf des Gründers versteckt – sie sind im System sichtbar.

Dokumentierte Prozesse statt Intuition: Ein ERP zwingt Sie, Ihre Prozesse zu dokumentieren. Nicht weil es böse ist, sondern weil es funktioniert. Der Einkauf läuft nach bestimmten Regeln. Die Rechnungsstellung folgt einem Workflow. Die Lagerverwaltung hat klare Abläufe. Wenn die Nachfolgerin das System öffnet, versteht sie sofort, wie es läuft – nicht weil sie es erraten muss, sondern weil es dokumentiert ist.

Strukturiertes Wissen statt Einzelkämpfer: Ein ERP-System ist ein Wissensspeicher. Es speichert nicht nur Daten – es speichert die Logik, mit der Ihr Unternehmen funktioniert. Wer sind Ihre Stammkunden? Welche Lieferanten sind zuverlässig? Welche Produkte haben welche Margen? All das ist im System hinterlegt – und damit übertragbar.

Skalierbarkeit statt Chaos: Mit einem modernen ERP können Sie wachsen, ohne dass die Komplexität exponentiell ansteigt. Die Nachfolgerin kann neue Märkte erschliessen, neue Produkte einführen, neue Teams aufbauen – ohne dass das System zusammenbricht. Das ist nicht möglich, wenn alles auf Excel und manuellen Prozessen basiert.

Die emotionale Seite der Übergabe

Hier möchte ich einen Punkt ansprechen, der oft übersehen wird: Die emotionale Belastung einer schlechten Übergabe.

Für den Patron ist das Unternehmen sein Lebenswerk. Er hat es aufgebaut, hat Risiken eingegangen, hat Krisen überstanden. Wenn er es übergibt, möchte er sicher sein, dass es in guten Händen ist. Dass es nicht zusammenbricht. Dass sein Erbe bewahrt bleibt.

Wenn die Nachfolgerin dann in den ersten Wochen feststellt, dass sie das Unternehmen gar nicht richtig versteht – dass die Systeme nicht funktionieren, dass die Prozesse undokumentiert sind, dass das Wissen verloren geht – dann ist das nicht nur frustrierend für sie. Es ist auch schmerzhaft für den Patron. Es fühlt sich an, als würde sein Lebenswerk auseinanderfallen.

Ein modernes ERP ändert diese Dynamik. Es gibt beiden Seiten Sicherheit. Der Patron kann wissen, dass sein Wissen strukturiert und übertragbar ist. Die Nachfolgerin kann mit Vertrauen in die neue Rolle gehen – nicht weil sie alles schon weiss, sondern weil sie weiss, dass die Informationen da sind, wenn sie sie braucht.

Ein mögliches Beispiel aus der Praxis

Ein Schweizer Maschinenbauer – gegründet 1985, 45 Mitarbeitende, solide profitabel – stand vor der Übergabe. Der Gründer war 62, die Tochter 35, bereit zu übernehmen. Alles sah gut aus.

Dann begannen die Gespräche. Und es wurde schnell klar: Das Unternehmen lief auf einem Flickenteppich aus alten Systemen. Buchhaltung in einem System, Produktion in einem anderen, Verkauf in einem dritten. Dazwischen: Excel. Überall Excel.

Der Gründer kannte alle Kunden persönlich. Die Tochter kannte vielleicht die Hälfte. Die Margen? Der Gründer wusste sie im Kopf. Die Tochter musste sie zusammenrechnen – wenn sie überhaupt die richtigen Daten fand.

Wir haben ein modernes ERP eingeführt. Nicht weil es die Tochter wollte – sondern weil der Gründer erkannt hat, dass es notwendig ist. Dass er seinem Lebenswerk damit einen Dienst erweist.

Zehn Monate später: Die Tochter versteht das Unternehmen. Sie sieht die Daten, die sie braucht, um gute Entscheidungen zu treffen. Sie hat Vertrauen in ihre Fähigkeit, das Unternehmen zu führen. Und der Gründer? Er kann ruhig schlafen. Sein Lebenswerk ist nicht nur bewahrt – es ist für die Zukunft gerüstet.

Was Sie jetzt tun können

Wenn Sie einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin haben, oder wenn Sie selbst eine Übergabe vor sich haben, dann möchte ich Ihnen einen klaren Rat geben:

Beginnen Sie nicht mit der Übergabe. Beginnen Sie mit der Digitalisierung.

Ein modernes ERP-System ist nicht nur ein Werkzeug für bessere Prozesse. Es ist ein Werkzeug für bessere Übergaben. Es strukturiert Ihr Wissen, dokumentiert Ihre Prozesse und macht Ihr Unternehmen transparent – für die nächste Generation.

Das braucht Zeit. Es braucht Engagement. Es braucht die Bereitschaft, alte Gewohnheiten zu ändern. Aber es ist eine Investition, die sich nicht nur in besseren Zahlen auszahlt – sondern auch in besseren Übergaben.

Und das ist unbezahlbar.

Ein Angebot für Sie

Wenn Sie sich in dieser Situation wiedererkennen – wenn Sie eine Nachfolge vor sich haben und nicht sicher sind, wie Sie Ihr Wissen strukturieren – dann möchte ich Sie zu einem Gespräch einladen.

Nicht zu einem Verkaufsgespräch. Zu einem echten Austausch.

Ich habe viele Übergaben begleitet. Ich weiss, welche Fragen wichtig sind. Ich weiss, welche Fehler vermieden werden können. Und ich weiss, wie ein modernes ERP-System – konkret Microsoft Dynamics 365 Business Central – diese Prozesse vereinfacht.

Lassen Sie uns zusammen schauen, wie Ihr Unternehmen heute strukturiert ist, und wie es für die Zukunft gerüstet sein könnte.

Kontaktieren Sie mich für ein unverbindliches Gespräch

Checkliste von redPoint

Erfolgreiches ERP-Projekt

Mit der Checkliste von redPoint starten Sie optimal in ein erfolgreiches ERP-Projekt.

Jetzt herunterladen

Autor Berater Cloud ERP bei redPoint AG

Matthias Notter

ERP auf den Punkt gebracht!