
Jeder in der IT kennt den Spruch: “Garbage In, Garbage Out” (GIGO). Wenn man ein System mit Müll füttert, kommt am Ende auch nur Müll heraus. Die meisten Führungskräfte nicken dann wissend und sagen: “Ja, wir müssen unsere Daten bereinigen. Kümmern Sie sich darum, IT-Abteilung!” Doch genau hier liegt der fundamentale Denkfehler.
Schlechte Datenqualität ist in den seltensten Fällen ein rein technisches Problem, das man mit einem einmaligen Bereinigungs-Tool oder einem Appell an die IT lösen kann. Schlechte Datenqualität ist ein Symptom. Ein Symptom für tiefere, menschliche und organisatorische Probleme. Es ist ein kulturelles Problem.
Als Praktiker, die oft mit den Folgen von Daten-Chaos konfrontiert sind, wollen wir heute tiefer graben. Wir beleuchten die psychologischen Gründe, warum in vielen Unternehmen die Datenpflege scheitert, und zeigen, wie Sie eine Kultur der Daten-Verantwortung schaffen, die nachhaltig für saubere Daten sorgt.
Schauen wir uns einen typischen schlechten Kundendatensatz in einem ERP-System an:
Die technischen Folgen sind klar: Rechnungen kommen nicht an, Marketing-Aktionen gehen ins Leere, der Vertrieb weiss nicht, wer der richtige Ansprechpartner ist. Doch was sind die menschlichen Gründe dahinter?
| Das Daten-Problem | Die psychologische Ursache dahinter |
| Dubletten | Bequemlichkeit & Zeitdruck: “Ich habe den Kunden nicht gefunden, also lege ich ihn schnell neu an. Das geht schneller als die Suche.” |
| Veraltete Informationen | Fehlende Verantwortlichkeit: “Der Umzug des Kunden ist nicht meine Aufgabe, das soll der Vertrieb machen.” (Der Vertrieb sagt: “Das soll der Innendienst machen.”) |
| Leere Felder | Mangelnde Relevanz & unklare Prozesse: “Ich weiss nicht, wofür dieses Feld gut ist, also lasse ich es leer. Hat ja bisher auch niemanden gestört.” |
| Inkonsistente Schreibweisen | Fehlende Standards & Individualismus: “Ich schreibe das immer so, die anderen sollen sich anpassen.” Es gibt keine klaren Vorgaben, wie Daten zu erfassen sind. |
Sie sehen: Kein einziges dieser Probleme ist primär technischer Natur. Es sind Probleme der Einstellung, der Prozesse und der Organisation.
Schlechte Datenqualität fusst meist auf einem Fundament aus drei kulturellen Schwächen:
Ein einmaliges Datenbereinigungsprojekt ist wie eine Diät ohne Ernährungsumstellung: kurzfristig wirksam, aber ohne nachhaltigen Erfolg. Wenn Sie die Datenqualität dauerhaft verbessern wollen, müssen Sie die Kultur verändern.
Ihr ERP-System ist nur so gut wie die Daten, die Sie hineingeben. Und die Qualität dieser Daten ist ein direktes Spiegelbild Ihrer Unternehmenskultur. Ein System wie Microsoft Dynamics 365 Business Central bietet alle technischen Werkzeuge, um eine hohe Datenqualität zu gewährleisten: Dublettenprüfung, Pflichtfelder, Validierungsregeln. Aber diese Werkzeuge sind nutzlos, wenn die Menschen, die sie bedienen, nicht verstehen, warum ihre Arbeit wichtig ist.
Hören Sie auf, Datenqualität als IT-Thema zu behandeln. Fangen Sie an, es als das zu sehen, was es ist: eine Führungsaufgabe und eine Frage der gemeinsamen Verantwortung. Ein Partner wie redPoint hilft Ihnen nicht nur bei der Implementierung der technischen Werkzeuge, sondern auch bei der Gestaltung der Prozesse und der Sensibilisierung der Mitarbeiter, die für eine nachhaltige Datenkultur notwendig sind.

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