
Forrester Consulting hat im März 2026 eine neue unabhängige Studie zum wirtschaftlichen Nutzen von Microsoft Dynamics 365 Business Central veröffentlicht. Das Ergebnis: 209% Return on Investment über drei Jahre, Amortisation nach sechs Monaten. Grosse Zahlen – aber was bedeuten sie konkret für ein Schweizer KMU mit 25 oder 50 Mitarbeitenden?
Diese Frage lohnt sich zu stellen. Denn die Studie basiert auf einem Vergleichsunternehmen mit 300 Beschäftigten, 50 Millionen US-Dollar Jahresumsatz und 15 Personen im Finanzbereich. Das entspricht nicht dem typischen Schweizer KMU. Laut Bundesamt für Statistik haben über 89% aller Schweizer Unternehmen weniger als 10 Mitarbeitende, und selbst die grösste Gruppe unter den «kleinen Unternehmen» zählt zwischen 10 und 49 Beschäftigte. Wer im Finanzbereich eines solchen Unternehmens arbeitet, ist oft zu zweit – oder allein.
Das schmälert den Wert der Studie nicht. Es bedeutet aber, dass man die richtigen Schlüsse ziehen muss.
Forrester Consulting befragte im Auftrag von Microsoft Entscheidungsträger aus Unternehmen, die Business Central bereits produktiv einsetzen. Auf dieser Basis wurde eine modellierte Vergleichsorganisation entwickelt und der wirtschaftliche Nutzen über drei Jahre risikobereinigt berechnet. Die Kernzahlen:
| Kennzahl | Wert (3 Jahre, risikobereinigt) |
| Return on Investment (ROI) | 209% |
| Nettogegenwartswert (NVP) | ca. USD 460’000 |
| Amortisationsdauer | 6 Monate |
| Gesamtnutzung (Present Value) | > USD 680’000 |
Quelle: Forrester Total Economic Impact™ Study, Microsoft Dynamics 365 Business Central, März 2026
Der Gesamtnutzen verteilt sich auf vier Bereiche: Finanzproduktivität (USD 215’000), Systemkonsolidierung (USD 170’000), Profitabilitätsverbesserung (USD 245’000) und schnelleres Reporting (USD 50’000). Entscheidend ist nicht die absolute Zahl – entscheidend sind die prozentualen Verbesserungen, die sich auf jedes Unternehmen übertragen lassen.
Stellen Sie sich ein Schweizer Produktionsunternehmen mit 35 Mitarbeitenden vor: Buchhaltung und Controlling liegen bei einer Person, die Auftragsabwicklung läuft über eine Mischung aus einem veralteten ERP-System und Excel, der Monatsabschluss dauert regelmässig zehn Arbeitstage. Das ist kein Einzelfall – es ist die Realität in Tausenden von Schweizer KMU.
Die Forrester-Studie zeigt, dass Business Central in dieser Situation an drei konkreten Punkten angreift:
Monatsabschluss und Finanzprozesse. Die befragten Unternehmen berichten von einer Reduktion der Abschlusszeit um bis zu 30% und einer Zeitersparnis bei Kreditoren-, Debitoren- und Fakturierungsprozessen von bis zu 50%. Für eine Buchhalterin, die heute zehn Tage für den Monatsabschluss braucht, bedeutet das: drei Tage weniger. Drei Tage, die für Analyse, Planung und Steuerung genutzt werden können – statt für Abstimmungen und manuelle Korrekturen.
Systemkonsolidierung und IT-Kosten. Viele Schweizer KMU betreiben heute ein Flickwerk: ein altes ERP-System, das seit Jahren nicht mehr aktualisiert wurde, dazu Speziallösungen für Lohn, Lager oder Projekt, verbunden durch manuelle Exporte und Importe. Jede Schnittstelle ist ein Risiko, jede Insellösung ein Wartungsaufwand. Die Forrester-Studie beziffert die Einsparung durch Konsolidierung auf über 10% der Gesamtbetriebskosten. Für ein KMU, das jährlich CHF 30’000 für ERP-Lizenzen, Wartung und externe IT-Unterstützung ausgibt, sind das CHF 3’000 pro Jahr – und das ist die konservative Schätzung.
Bessere Entscheidungsgrundlagen. Die Studie modelliert eine Verbesserung der Nettomarge um bis zu 3 Prozentpunkte durch bessere Echtzeit-Transparenz. Das klingt abstrakt, ist es aber nicht: Wer erst beim Quartalsabschluss merkt, dass ein Projekt aus dem Ruder läuft, kann nicht mehr gegensteuern. Wer es in Echtzeit sieht, kann handeln. Bei einem KMU mit CHF 5 Millionen Umsatz entspricht eine Margenverbesserung von 2 Prozentpunkten CHF 100’000 zusätzlichem Ergebnis pro Jahr.
Forrester hat sich auf direkt quantifizierbare Nutzen beschränkt. Nicht in die Berechnung eingeflossen sind Effekte wie kürzere Debitorenlaufzeiten, verbesserte Kundenzufriedenheit oder die Grundlage für KI-gestützte Automatisierung.
Gerade der letzte Punkt ist für Schweizer KMU strategisch relevant. Business Central ist heute die Plattform, auf der Microsoft Copilot – ein KI-Assistent für Buchhaltung, Einkauf und Verkauf – direkt integriert ist. Wer seine Daten und Prozesse heute auf Business Central standardisiert, schafft die Voraussetzung dafür, morgen von automatisierten Ausnahmebehandlungen, KI-gestützten Analysen und intelligenten Agenten zu profitieren. Die Studie hält das explizit fest:
«Realizing AI value at scale depends on clean data, integrated systems, and standardized processes. Business Central delivers that foundation.»
— Forrester Consulting, März 2026
Die Forrester-Studie beantwortet nicht die Frage, ob Business Central das richtige ERP für Ihr Unternehmen ist. Sie beantwortet die Frage, was eine Modernisierung auf eine integrierte Cloud-ERP-Plattform wirtschaftlich bringen kann – und liefert dafür eine methodisch saubere, unabhängige Grundlage.
Für Schweizer KMU, die heute noch auf Dynamics NAV, eine ältere On-Premises-Lösung oder ein Sammelsurium aus Speziallösungen setzen, ist das ein belastbares Argument. Nicht weil die absoluten Zahlen direkt übertragbar sind – sondern weil die prozentualen Verbesserungen in Finanzprozessen, Systemkosten und Entscheidungsqualität universell gelten.
Die relevante Frage ist nicht: «Können wir uns Business Central leisten?» Die relevante Frage ist: «Was kostet uns der Status quo – und wie lange noch?»
Studie herunterladen: Die vollständige Forrester TEI-Studie steht kostenlos zur Verfügung:

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