
Wenn KMU verschiedene ERP-Anbieter zu Präsentationen einladen, ähneln sich die Fragen oft frappierend: «Können Sie diese Funktion abbilden?», «Wie lange dauert die Einführung?», «Was kostet das?»
Die Antworten darauf sind meist vorhersehbar und helfen nur bedingt, die Spreu vom Weizen zu trennen. Jeder Anbieter wird Ihnen versichern, dass seine Software alles kann und sein Team hochkompetent ist.
Wenn Sie wirklich herausfinden wollen, ob ein Implementierungspartner die nötige Reife und Ehrlichkeit für ein komplexes Projekt mitbringt, stellen Sie ihm diese eine Frage:
«Wovon raten Sie uns in diesem Projekt dringend ab?»
Die Reaktion auf diese Frage zeigt Ihnen sofort, mit wem Sie es zu tun haben. Der reine Verkäufer wird ausweichen. Er will den Deal nicht gefährden und wird Ihnen sagen, dass mit seiner Software alles möglich und sinnvoll ist. Der strategische Partner hingegen wird konkrete Beispiele nennen. Er wird Ihnen aufzeigen, wo teure Individualisierungen in Ihrer Branche keinen Sinn machen. Er wird Ihnen vielleicht raten, auf die Migration von 15 Jahre alten historischen Daten zu verzichten. Oder er wird Ihnen ehrlich sagen, dass Ihr Zeitplan für das Change Management zu ambitioniert ist.
Ein ERP-Projekt ist eine Partnerschaft auf Zeit, oft über viele Jahre. In dieser Zeit wird es unweigerlich zu Herausforderungen kommen. Sie brauchen einen Partner, der die Grösse hat, Ihnen auch dann zu widersprechen, wenn Sie als Kunde eine fachlich schlechte Entscheidung treffen wollen.
Ein Dienstleister, der bereit ist, im Pre-Sales-Prozess «Nein» zu sagen, beweist, dass ihm der langfristige Projekterfolg wichtiger ist als der schnelle Vertragsabschluss.
Fazit: Die Qualität eines ERP-Partners zeigt sich nicht an den Dingen, die er Ihnen verspricht zu bauen. Sie zeigt sich an den Dingen, vor denen er Sie bewahrt. Achten Sie auf die richtigen Fragen.

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