Dynamics NAV hat in vielen Schweizer KMU über Jahre zuverlässig gearbeitet. Vielleicht steuert Ihr System heute noch Aufträge, Einkauf, Lager, Produktion, Service, Projekte oder Finanzen. Genau deshalb ist der Wechsel zu Microsoft Dynamics 365 Business Central keine einfache IT-Aufgabe. Es geht um das operative Rückgrat Ihres Unternehmens.

Wenn Sie 2026 über die Migration nachdenken, stehen Sie vermutlich vor einer vertrauten Spannung: Einerseits läuft NAV noch. Andererseits werden Wartung, Schnittstellen, Sicherheitsanforderungen, Fachkräftemangel, Reporting-Erwartungen und die Digitalisierung von Geschäftsprozessen immer anspruchsvoller. Microsoft weist Dynamics NAV 2018 bereits seit Januar 2023 nicht mehr im Mainstream Support aus; der Extended Support endet gemäss Microsoft Lifecycle im Januar 2028. Damit wird 2026 zum idealen Zeitpunkt, um nicht unter Druck, sondern mit Plan zu modernisieren.

Für Schweizer KMU ist diese Entscheidung besonders relevant. KMU machen laut Schweizer KMU-Portal von SECO über 99 Prozent der kommerziellen Unternehmen aus und schaffen rund zwei Drittel der Arbeitsplätze in der Schweiz. Wenn Ihr ERP-System bremst, betrifft das nicht nur die IT. Es betrifft Lieferfähigkeit, Liquidität, Kundenservice, Produktionsplanung, Projektmargen und die tägliche Arbeit Ihrer Teams.

Inhaltsverzeichnis

Dieser Guide führt Sie zuerst durch die Frage, warum Sie 2026 handeln sollten, und zeigt danach, was Business Central anders macht. Anschliessend klären Sie die Entscheidung Cloud oder On-Premise, gehen durch die sieben Phasen der Migration, vermeiden Datenchaos, hinterfragen Customizing, Add-ons und Prozesse, kontrollieren Zeit und Budget und erhalten am Ende kompakte Antworten in den FAQ.

Warum Sie 2026 handeln sollten

Der gefährlichste Satz in einem NAV-Projekt lautet: «Es läuft ja noch.» Oft stimmt das sogar. Rechnungen werden erstellt, Bestellungen ausgelöst, Lagerbewegungen verbucht und Monatsabschlüsse durchgeführt. Doch die entscheidende Frage ist nicht, ob Ihr System heute noch startet. Die entscheidende Frage lautet: Unterstützt es Ihre nächsten fünf bis zehn Jahre?

Dynamics NAV ist in vielen Schweizer Unternehmen über lange Zeit gewachsen. In dieser Zeit wurden Tabellen erweitert, Reports angepasst, Schnittstellen gebaut, Sonderlogiken programmiert und Workarounds etabliert. Was früher pragmatisch war, kann heute zum Risiko werden. Ein altes ERP-System erzeugt Kosten nicht nur durch Lizenz und Wartung, sondern durch jede Verzögerung im Prozess, jede manuelle Excel-Brücke, jede schwer wartbare Anpassung und jede Abhängigkeit von wenigen Spezialisten.

Wir formulieren den Kern der Situation auf unserer Upgrade-Seite sehr direkt:

«Ein Upgrade ist keine Katastrophe, sondern Ihre Chance. Wir bringen Sie sicher von NAV/Navision in die moderne Cloud-Welt von Dynamics 365.»

Diese Perspektive ist wichtig. Eine Migration von Dynamics NAV zu Business Central sollte nicht als erzwungener Austausch verstanden werden. Sie ist die Gelegenheit, Ihre Abläufe neu zu ordnen, Datenqualität zu verbessern, unnötige Sonderlösungen zu reduzieren und Prozessautomatisierung dort einzuführen, wo heute manuelle Übergaben und Medienbrüche Zeit kosten.

Der Handlungsdruck entsteht dabei aus mehreren Richtungen. Microsoft beschreibt Business Central als Nachfolgesystem und bietet offizielle Migrationspfade von unterstützten NAV-On-Premise-Versionen in Richtung Business Central Online an, sofern Anpassungen entsprechend über Extensions behandelt werden. Gleichzeitig zeigt die Lifecycle-Seite zu NAV 2018, dass selbst die letzte NAV-Version bereits aus dem Mainstream Support heraus ist. Für ältere NAV-Versionen sollten Sie den Modernisierungsbedarf daher noch kritischer prüfen.

Was Business Central anders macht als Dynamics NAV

Microsoft Dynamics 365 Business Central ist nicht einfach «NAV in neuer Optik». Der Wechsel verändert die technische Plattform, das Betriebsmodell, die Update-Logik, die Integrationsfähigkeit und die Art, wie Sie Erweiterungen planen. Genau deshalb sollte die Migration nicht als Kopie des alten Systems angelegt werden.

Business Central ist für moderne ERP-Szenarien gebaut: bessere Integration mit Microsoft 365, rollenbasierte Oberflächen, mobile Nutzung, Erweiterungen über Apps und Extensions, Anbindung an Power Platform, regelmässige Weiterentwicklung und je nach Betriebsmodell automatische Updates. Auf unserer Upgrade-Seite heben wir unter anderem Verfügbarkeit, Sicherheit, Skalierbarkeit, weniger IT-Unterhalt, AppSource-Apps, einfache Anpassbarkeit und durchgehende automatisierte Prozesse hervor.

Für Sie bedeutet das: Der Mehrwert entsteht nicht dadurch, dass alle alten NAV-Masken exakt nachgebaut werden. Der Mehrwert entsteht, wenn Sie prüfen, welche Prozesse heute wirklich wertschöpfend sind, welche Anpassungen durch Standardfunktionen ersetzt werden können und wo Business Central Ihre Teams einfacher, schneller und sicherer arbeiten lässt.

Gerade bei ERP für Dienstleister und Produktionsbetriebe ist diese Unterscheidung zentral. Ein Dienstleistungsunternehmen braucht belastbare Projektmargen, einfache Leistungserfassung, klare Fakturierung und aktuelle Auswertungen. Ein Produktionsbetrieb braucht verlässliche Stücklisten, Kapazitätsplanung, Einkauf, Lager, Rückverfolgbarkeit und saubere Produktionsaufträge. In beiden Fällen reicht eine technische Datenübernahme nicht aus. Sie benötigen ein Zielbild Ihrer Prozesse.

Cloud oder On-Premise: Welche Variante passt zu Ihrem Schweizer KMU?

Die Cloud ist für viele KMU der naheliegende Zielzustand, weil sie Infrastruktur reduziert, Skalierbarkeit schafft und regelmässige Innovationen erleichtert. Dennoch ist die Entscheidung nicht automatisch. Business Central kann je nach Ausgangslage und Anforderungen auch On-Premise (wird von redPoint AG nicht angeboten) betrieben werden. Entscheidend ist, dass Sie die Betriebsform nicht aus Gewohnheit wählen, sondern aus Risiko-, Prozess-, Integrations- und Zukunftssicht.

EntscheidungskriteriumBusiness Central CloudBusiness Central On-Premise (wird von redPoint nicht angeboten)
IT-BetriebSie reduzieren eigene Server- und Wartungsaufgaben und profitieren von einem standardisierten SaaS-Modell.Sie behalten mehr Kontrolle über Infrastruktur, müssen Betrieb, Updates und Sicherheit aber stärker selbst organisieren.
UpdatesRegelmässige Weiterentwicklung und automatische Aktualisierung sind ein zentrales Argument für die Cloud.Updates müssen geplant, getestet und aktiv durchgeführt werden.
AnpassungenErweiterungen sollten konsequent über Apps und Extensions gedacht werden.Bestehende Integrationen und Spezialanforderungen können kurzfristig leichter abgebildet wirken, erhöhen aber langfristig die Betriebslast.
SkalierbarkeitGeeignet, wenn Sie Modernisierung, mobile Nutzung, geringeren IT-Unterhalt und Zukunftsfähigkeit priorisieren.Skalierung hängt stärker von Infrastruktur, Betriebskonzept und internen Ressourcen ab.
EmpfehlungenGeeignet, wenn Sie Modernisierung, mobile Nutzung, geringeren IT-Unterhalt und Zukunftsfähigkeit priorisieren.Geeignet, wenn regulatorische, technische oder organisatorische Gründe eine lokale Betriebsform erfordern.

Die wichtigste Frage lautet nicht: «Was ist technisch möglich?» Die wichtigste Frage lautet: Welche Betriebsform unterstützt Ihre Unternehmensstrategie am besten? Wenn Sie wachsen, Standorte verbinden, externe Serviceteams anbinden, Prozesse automatisieren und Fachbereiche stärker selbst befähigen wollen, spricht vieles für die Cloud. Wenn hochspezifische Integrationen, lokale Infrastrukturvorgaben oder besondere Betriebsanforderungen bestehen, sollte On-Premise sachlich geprüft werden.

Eine gute ERP-Auswahl und Evaluation blendet diese Entscheidung nicht aus. Sie vergleicht Kosten nicht nur als Lizenzpreis, sondern als Total Cost of Ownership: Infrastruktur, Wartung, Sicherheitsmassnahmen, Update-Aufwand, Anpassungen, interne Kapazitäten und Risiko alter Technologie.

Die sieben Phasen der Migration von Dynamics NAV zu Business Central

Eine erfolgreiche Migration entsteht nicht durch einen heroischen Go-live, sondern durch saubere Vorbereitung. Besonders bei gewachsenen NAV-Systemen sollten Sie das Projekt in Phasen führen. So bleibt es steuerbar, fachlich nachvollziehbar und budgetierbar.

PhaseWas Sie klärenErgebnis
1. StandortbestimmungWelche NAV-Version nutzen Sie, welche Datenbanken, Module, Anpassungen, Schnittstellen und Reports sind im Einsatz?Ein realistisches Bild Ihrer Ausgangslage.
2. ZielbildWelche Prozesse sollen in Business Central standardnah, automatisiert oder bewusst anders laufen?Ein Zielprozessmodell statt einer Altlastenkopie.
3. BetriebsentscheidCloud, On-Premise oder Übergangsszenario? Welche Sicherheits-, Integrations- und Compliance-Anforderungen gelten?Eine belastbare Betriebsentscheidung
4. DatenstrategieWelche Stamm-, Bewegungs- und historischen Daten werden migriert, archiviert oder bereinigt?Eine Datenmigrationsstrategie mit klaren Verantwortlichkeiten.
5. AnpassungsstrategieWelche NAV-Customizings bleiben, welche werden ersetzt, welche werden als Extension oder App neu gedacht?Weniger technische Schulden und einsauberer Erweiterungspfad.
6. Testmigration und SchulungStimmen Daten, Prozesse, Berechtigungen, Auswertungen und Benutzerführung?Fachlich geprüfte Migration und vorbereitete Teams.
7. Go-Live und StabilisierungWie werden Cutover, Support, Fehlerbehebung und Optimierung nach dem Start organisiert?Kontrollierter Produktivstart mit Nachbetreuung.

Diese Phasen klingen methodisch. In der Praxis entscheiden sie über Erfolg oder Frust. Wenn Sie Phase 1 überspringen, unterschätzen Sie Schnittstellen. Wenn Sie Phase 4 vernachlässigen, wandert Datenchaos in die neue Welt. Wenn Sie Phase 6 zu knapp planen, wird der Go-live zur ersten echten Testphase. Das ist genau der Moment, den Sie vermeiden wollen.

Microsoft beschreibt den technischen Weg zur Migration nach Business Central Online in mehreren Schritten. Dazu gehört unter anderem, NAV zunächst auf Business Central Version 14 oder später zu bringen, nicht standardisierte Funktionalität in Apps und Extensions zu überführen und anschliessend nach Business Central Online zu migrieren. Für Ihr Management bedeutet das: Hinter einer scheinbar einfachen Migration steckt ein präziser technischer Pfad, der früh geplant werden muss.

Datenchaos vermeiden: Welche Daten gehören wirklich mit?

Die Datenmigration ist der Punkt, an dem ERP-Projekte ehrlich werden. In NAV liegen oft Jahre oder Jahrzehnte an Stammdaten, Bewegungsdaten, alten Artikeln, gesperrten Kunden, historischen Lieferanten, nicht mehr genutzten Dimensionen, individuellen Feldern und Auswertungslogiken. Die Versuchung ist gross, alles mitzunehmen. Genau das ist oft falsch.

Eine Business-Central-Migration ist kein Umzugskarton, in den Sie den gesamten Kellerinhalt werfen. Sie ist eher eine Inventur. Sie entscheiden, was operativ gebraucht wird, was historisch aufbewahrt werden muss und was besser archiviert als migriert wird.

Für Stammdaten sollten Sie besonders streng sein. Kunden, Lieferanten, Artikel, Stücklisten, Kontenpläne, Lagerorte, Dimensionen, Preise und Debitoren-/Kreditoreninformationen wirken harmlos, bestimmen aber später Prozessqualität, Reporting und Automatisierung. Schlechte Stammdaten führen zu falschen Auswertungen, manuellen Korrekturen und geringer Akzeptanz. Wenn Sie benutzerfreundliche ERP-Systeme für Teams wollen, beginnt Benutzerfreundlichkeit nicht bei der Farbe der Oberfläche, sondern bei verlässlichen Daten.

Auch historische Bewegungsdaten müssen Sie bewusst behandeln. Nicht jede alte Buchung muss im neuen System operativ verfügbar sein. Manchmal ist eine revisionssichere Archivierung sinnvoller als eine Vollmigration. Genau diese Denkweise greifen wir in unserer Partnerfrage auf: Ein strategischer ERP-Partner sollte Ihnen auch sagen, wenn die Migration sehr alter historischer Daten keinen Nutzen bringt.

Die Kernfrage lautet: Welche Daten benötigen Sie für operative Arbeit, gesetzliche Anforderungen, Auswertungen und Kundenservice wirklich im neuen System? Alles andere muss nicht automatisch verloren gehen. Es kann archiviert, lesbar gehalten oder über Reports verfügbar gemacht werden. Aber es muss nicht zwingend das neue ERP belasten.

Customizing, Add-ons und Prozesse: Was Sie vor der Migration hinterfragen sollten

Viele Dynamics-NAV-Installationen wurden über Jahre stark individualisiert. Ein Teil dieser Anpassungen war berechtigt. Ein anderer Teil entstand, weil der Standard damals weniger konnte, weil Prozesse nicht hinterfragt wurden oder weil einzelne Fachbereiche sehr spezifische Wünsche hatten. Bei der Migration zu Business Central sollten Sie jede Anpassung in eine von vier Kategorien einordnen.

Erstens gibt es Anpassungen, die im Business-Central-Standard heute bereits abgedeckt sind. Diese sollten Sie nicht neu entwickeln. Zweitens gibt es Erweiterungen, die über bestehende Apps oder Add-ons sinnvoll gelöst werden können. Drittens gibt es echte Differenzierungsprozesse, die als Extension sauber neu konzipiert werden sollten. Viertens gibt es Altlasten, die Sie mutig abschaffen sollten.

Genau hier zeigt sich die Qualität Ihres Migrationspartners. In unserem Blogpost zur ERP-Partnerwahl empfehlen wir, einem potenziellen ERP-Partner nicht nur die üblichen Fragen nach Funktion, Dauer und Kosten zu stellen, sondern eine entscheidende Frage:

«Wovon raten Sie uns in diesem Projekt dringend ab?»

Für eine NAV-zu-Business-Central-Migration ist diese Frage besonders wertvoll. Ein guter Partner wird Ihnen nicht versprechen, jede alte Maske eins zu eins nachzubauen. Er wird Ihnen aufzeigen, welche Individualisierung teuer, riskant oder unnötig ist. Er wird mit Ihnen prüfen, wo Standardisierung hilft, wo Prozessautomatisierung echten Nutzen schafft und wo Ihr Unternehmen bewusst differenziert bleiben sollte.

Wenn Sie heute beispielsweise Bestellungen manuell aus E-Mails übertragen, Produktionsrückmeldungen verspätet erfassen oder Projektzeiten in Excel sammeln, ist die Migration der richtige Moment, diese Abläufe neu zu gestalten. Business Central bietet dafür die Plattform, aber der Nutzen entsteht erst durch klare Prozessentscheidungen.

Zeit und Budget kontrollieren: Wie Sie das Projekt steuerbar halten

Viele ERP-Migrationen geraten nicht wegen einer einzelnen grossen Fehlentscheidung aus dem Ruder, sondern wegen vieler kleiner Unklarheiten. Eine Schnittstelle ist doch komplexer als gedacht. Ein Report wird noch «kurz» nachgebaut. Ein Fachbereich entdeckt spät, dass ein Sonderprozess fehlt. Daten werden mehrfach bereinigt, weil Verantwortlichkeiten unklar waren. Schulungen werden verschoben, weil das Projektteam ausgelastet ist.

Wenn Sie Zeit und Budget kontrollieren wollen, brauchen Sie drei Dinge: ein ehrliches Scope-Management, einen entscheidungsfähigen Lenkungsausschuss und klare Akzeptanzkriterien. Ohne diese Elemente wird jedes Migrationsprojekt anfällig für schleichende Erweiterung.

Beginnen Sie mit einem verbindlichen Projektumfang. Definieren Sie, welche Prozesse zum Go-live zwingend funktionieren müssen und welche Optimierungen später folgen. Nicht alles, was wünschbar ist, gehört in die erste Produktivsetzung. Gerade bei einer ERP-Modernisierung und Migration ist ein stabiler, sauberer Start oft wertvoller als ein überladener Big Bang.

Legen Sie ausserdem früh fest, wer Entscheidungen treffen darf. Wenn jede Anpassung durch mehrere Abteilungen wandert, verlieren Sie Geschwindigkeit. Wenn die IT allein entscheidet, fehlen fachliche Akzeptanz und Prozessrealität. Wenn die Geschäftsleitung zu spät eingebunden wird, eskalieren Zielkonflikte erst kurz vor dem Go-live. Ein gutes Projekt verbindet Geschäftsleitung, IT, Finanzen, Operations und Schlüsselpersonen aus den Fachbereichen.

Schliesslich brauchen Sie messbare Akzeptanzkriterien. Ein Prozess ist nicht fertig, weil er technisch eingerichtet wurde. Er ist fertig, wenn Testfälle bestanden sind, Daten stimmen, Berechtigungen funktionieren, Reports plausibel sind und die betroffenen Benutzerinnen und Benutzer wissen, wie sie arbeiten sollen.

Typische Fehler bei NAV-Migrationen

Der erste typische Fehler ist der reine Lift-and-Shift. Dabei wird versucht, das alte NAV-System möglichst unverändert in Business Central nachzubilden. Das klingt risikoarm, ist aber oft teuer. Sie bezahlen dann für neue Technologie, behalten aber alte Prozessprobleme.

Der zweite Fehler ist eine zu späte Datenbereinigung. Wenn Datenqualität erst kurz vor der Testmigration diskutiert wird, fehlt die Zeit für fachliche Klärung. Stammdatenbereinigung gehört an den Anfang des Projekts, nicht in die Go-live-Woche.

Der dritte Fehler ist übertriebene Individualisierung. Business Central entwickelt sich weiter, und Erweiterungen sollten so gebaut sein, dass Updates, Apps und Integrationen nicht blockiert werden. Microsoft weist beim Migrationspfad darauf hin, dass Anpassungen über Extensions behandelt werden müssen und Daten aus Tabellen mit Code-Anpassungen nicht einfach unverändert übernommen werden können. Diese Aussage ist für gewachsene NAV-Systeme besonders relevant.

Der vierte Fehler ist unterschätztes Change Management. Ihre Mitarbeitenden kennen NAV vielleicht seit Jahren. Auch wenn Business Central moderner und zugänglicher ist, verändert sich der Arbeitsalltag. Rollen, Berechtigungen, Oberflächen, Workflows und Verantwortlichkeiten müssen erklärt und geübt werden.

Der fünfte Fehler ist die falsche Partnerwahl. Wenn ein Anbieter Ihnen alles verspricht, aber nie widerspricht, sollten Sie vorsichtig sein. Ein seriöser Partner schützt Ihr Budget auch dadurch, dass er von unnötigen Sonderwegen abrät.

Wir als Migrationspartner: worauf Sie achten sollten

Wenn Sie Dynamics NAV zu Business Central migrieren, brauchen Sie mehr als technische Kompetenz. Sie brauchen einen Partner, der alte NAV-Versionen versteht, Business Central sauber beherrscht, Schweizer KMU-Prozesse kennt und den Mut hat, unkluge Projektentscheidungen anzusprechen.

Genau in diesem Feld arbeiten wir. Auf unserer Upgrade-Seite zeigen wir, dass wir auf Upgradeprojekte von älteren NAV-/Navision-Versionen auf Dynamics 365 Business Central spezialisiert sind. Zudem nennen wir mehr als 15 NAV-/Navision-Upgrades pro Jahr, die Kenntnis vergangener NAV-Versionen und die Übernahme von Daten und Historie als zentrale Argumente.

Das ist für Sie vor allem dann relevant, wenn Ihre NAV-Installation historisch gewachsen ist. Eine Migration scheitert selten daran, dass niemand den neuen Standard erklären kann. Sie scheitert eher daran, dass alte Anpassungen, versteckte Prozesslogiken, Datenabhängigkeiten und Schnittstellen nicht richtig verstanden werden. Genau deshalb ist NAV-Erfahrung so wertvoll.

Gleichzeitig sollte Ihr Partner Business Central nicht nur als Zielsystem, sondern als Modernisierungsplattform verstehen. Es geht um bessere Zusammenarbeit, schnellere Auswertungen, zuverlässigere Prozesse, weniger manuelle Arbeit und eine ERP-Landschaft, die mit Ihrem Unternehmen wachsen kann. Eine moderne ERP-Software für KMU (Schweiz) muss nicht alles komplizierter machen. Sie muss das Wesentliche einfacher, transparenter und robuster machen.

Ihr nächster Schritt: Upgrade-Check statt Bauchgefühl

Wenn Sie heute mit Dynamics NAV arbeiten, müssen Sie nicht sofort ein Grossprojekt starten. Aber Sie sollten den Nebel lichten. Welche Version nutzen Sie? Welche Anpassungen sind kritisch? Welche Daten müssen mit? Welche Schnittstellen sind geschäftsrelevant? Welche Prozesse sind unnötig kompliziert? Welche Betriebsform passt zu Ihrer Zukunft?

Der sinnvollste erste Schritt ist ein strukturierter Upgrade-Check. Damit erhalten Sie eine fundierte Entscheidungsgrundlage, bevor Sie Budget, Zeitplan und Zielarchitektur festlegen.

Prüfen Sie jetzt Ihre Ausgangslage mit uns: ERP-Upgrade und Migration von NAV/Navision zu Dynamics 365 Business Central anfragen.

Wenn Sie zusätzlich die Qualität potenzieller ERP-Partner beurteilen möchten, nutzen Sie unsere zentrale Partnerfrage als Filter: Die wichtigste Frage, die Sie Ihrem potenziellen ERP-Partner stellen müssen.

Fazit: Migrieren Sie nicht nur Ihr System. Modernisieren Sie Ihre Arbeitsweise.

Die Migration von Dynamics NAV zu Microsoft Dynamics 365 Business Central ist 2026 eine strategische Entscheidung. Sie können warten, bis Support, Know-how, Sicherheitsanforderungen oder Schnittstellen Sie unter Druck setzen. Oder Sie nutzen den Wechsel, um Ihre ERP-Landschaft bewusst zu erneuern.

Der bessere Weg ist klar: Analysieren Sie Ihr heutiges NAV-System, entscheiden Sie bewusst über Cloud oder On-Premise, bereinigen Sie Daten, hinterfragen Sie Customizing, priorisieren Sie Prozesse und führen Sie die Migration in kontrollierten Phasen. So wird aus einem technischen Upgrade ein echter Fortschritt für Ihr Unternehmen. Wenn Sie dabei ehrlich bleiben, werden Sie nicht alles übernehmen. Und genau darin liegt die Chance. Business Central sollte nicht die Vergangenheit konservieren. Es sollte Ihr Schweizer KMU befähigen, schneller, transparenter und sicherer zu arbeiten.

Portrait Stefan Marti
Autor Leiter Bestandeskunden und Mitglied der GL bei redPoint AG

Stefan Marti

ERP auf den Punkt gebracht!

Wann sollte ein Schweizer KMU von Dynamics NAV zu Business Central migrieren?

Sie sollten die Migration spätestens dann aktiv planen, wenn Ihre NAV-Version aus dem Mainstream Support ist, zentrale Anpassungen schwer wartbar werden, Schnittstellen instabil sind oder Ihre Teams zu viele manuelle Umwege nutzen. Für NAV 2018 endete der Mainstream Support gemäss Microsoft bereits am 10. Januar 2023; der Extended Support endet am 11. Januar 2028. 2026 ist daher ein guter Zeitpunkt, um kontrolliert, statt unter Zeitdruck zu migrieren.

Ist Business Central der Nachfolger von Dynamics NAV?

Ja. Wir beschreiben Dynamics 365 Business Central als Nachfolgesystem der bewährten Microsoft ERP Software NAV/Navision. Der Wechsel ist jedoch mehr als ein Versionsupdate. Sie wechseln auf eine modernere Plattform mit anderer Update-Logik, besseren Integrationsmöglichkeiten, Cloud-Optionen und Erweiterungen über Apps und Extensions.

Können alle NAV-Daten nach Business Central übernommen werden?

Nicht automatisch und nicht immer sinnvoll. Microsoft weist darauf hin, dass bei der Migration nach Business Central Online Anpassungen über Extensions behandelt werden müssen und Daten aus Tabellen mit Code-Anpassungen nicht direkt übernommen werden können. Fachlich sollten Sie zudem entscheiden, welche Daten operativ benötigt, gesetzlich aufbewahrt oder besser archiviert werden.

Wie vermeiden wir Budgetüberschreitungen bei der NAV-Migration?

Nicht automatisch und nicht immer sinnvoll. Microsoft weist darauf hin, dass bei der Migration nach Business Central Online Anpassungen über Extensions behandelt werden müssen und Daten aus Tabellen mit Code-Anpassungen nicht direkt übernommen werden können. Fachlich sollten Sie zudem entscheiden, welche Daten operativ benötigt, gesetzlich aufbewahrt oder besser archiviert werden.

Was ist der wichtigste erste Schritt?

Der wichtigste erste Schritt ist ein Upgrade-Check Ihrer bestehenden NAV-Installation. Dabei werden Version, Anpassungen, Daten, Schnittstellen, Prozesse, Risiken und Zielbild geprüft. Auf dieser Grundlage können Sie entscheiden, ob Cloud, On-Premise oder ein gestuftes Vorgehen für Ihr Unternehmen sinnvoll ist.