
Die meisten Unternehmer können ihren Umsatz auf die zweite Nachkommastelle beziffern. Sie kennen die Entwicklung der Personalkosten, sie wissen, wie sich der EBIT verändert hat. Doch auf eine andere Frage fällt die Antwort oft weniger präzise aus:
Wo genau verdienen wir Geld – und wo verlieren wir es?
Marge verschwindet selten dramatisch. Sie geht nicht über Nacht verloren. Sie erodiert schleichend. In Projekten, die leicht aus dem Ruder laufen. In Angeboten, die auf veralteten Kalkulationsannahmen basieren. In Lagerbeständen, die Kapital binden, ohne Wert zu schaffen. In Zusatzaufwänden, die zwar erbracht, aber nie sauber verrechnet werden. Solange das Gesamtresultat stimmt, bleibt dieser Effekt unsichtbar. Erst wenn der Druck steigt – durch höhere Einkaufspreise, steigende Löhne oder intensiveren Wettbewerb – wird deutlich, wie wenig Transparenz über die tatsächliche Profitabilität einzelner Leistungen vorhanden ist.
Viele Schweizer KMU sind operativ stark. Sie gewinnen Aufträge, liefern zuverlässig und wachsen organisch. Doch Wachstum allein ist kein Beweis für wirtschaftliche Qualität. Entscheidend ist, ob dieses Wachstum mit stabilen oder steigenden Deckungsbeiträgen einhergeht.
Die zentrale Kennzahl ist nicht nur der Gewinn des Gesamtunternehmens, sondern der Deckungsbeitrag pro Produkt, pro Kunde oder pro Projekt. Diese Differenzierung zeigt, ob ein Geschäftsmodell strukturell profitabel ist – oder ob einzelne Bereiche systematisch Marge vernichten.
Oft fehlt jedoch genau diese Transparenz. Kalkulationen werden in Excel erstellt, indirekte Kosten pauschal verteilt, Projektaufwände nicht durchgängig erfasst. Die Erfolgsrechnung zeigt ein aggregiertes Bild, das keine klare Aussage über die Profitabilität einzelner Wertschöpfungsbausteine zulässt.
Das führt zu einer gefährlichen Illusion: hohe Auslastung wird mit hoher Profitabilität gleichgesetzt.
Marge geht häufig an Stellen verloren, die im Alltag kaum auffallen.
Im Projektgeschäft sind es Abweichungen zwischen ursprünglicher Kalkulation und tatsächlichem Aufwand. Zusatzleistungen werden erbracht, aber nicht konsequent nachbelastet. Ressourcen werden umdisponiert, ohne dass die Wirtschaftlichkeit neu bewertet wird. Am Ende steht ein Projektabschluss, der „in Ordnung“ wirkt – aber unter dem geplanten Deckungsbeitrag liegt.
Im Handel oder in der Produktion sind es Lagerineffizienzen. Zu hohe Bestände, geringe Umschlagsraten, veraltete Artikel, Sicherheitsbestände, die nie überprüft wurden. Kapital wird gebunden, Abschreibungsrisiken steigen. Gleichzeitig fehlt oft die Transparenz, welche Artikel tatsächlich Wert schaffen und welche lediglich Bestand verursachen.
Hinzu kommen Gemeinkosten, die nicht verursachungsgerecht zugeordnet werden. Ohne saubere Kostenstellenrechnung verschwimmen Margen. Entscheidungen über Preise, Investitionen oder Portfolioanpassungen basieren dann auf Durchschnittswerten statt auf präzisen Analysen.
Kostenkontrolle wird häufig als rückblickende Disziplin verstanden. Man analysiert das vergangene Quartal, identifiziert Abweichungen und leitet daraus Erkenntnisse ab. Doch echte Margensicherung beginnt früher.
Sie beginnt in der Angebotsphase mit einer realistischen, datenbasierten Kalkulation. Sie setzt sich fort im laufenden Projektcontrolling, das Ist-Kosten und Planwerte kontinuierlich vergleicht. Sie umfasst eine transparente Kostenstellenrechnung, die indirekte Kosten nachvollziehbar verteilt. Und sie schliesst eine aktive Lagersteuerung ein, die Umschlag und Kapitalbindung systematisch überwacht.
Moderne ERP-Systeme wie Microsoft Dynamics 365 Business Central bieten die notwendige Grundlage dafür. Projektcontrolling ermöglicht eine laufende Überwachung von Kosten und Erlösen. Echtzeit-Kalkulationen basieren auf aktuellen Einkaufs- und Kostendaten. Kostenstellenrechnung schafft Klarheit über Gemeinkosten. Branchenspezifische Module berücksichtigen unterschiedliche Logiken der Deckungsbeitragsrechnung – etwa im Projektgeschäft, im Handel oder in der Produktion.
Entscheidend ist jedoch nicht die Funktionalität allein, sondern deren konsequente Nutzung als Führungsinstrument.
Wenn Deckungsbeiträge pro Produkt oder Projekt transparent sind, verändern sich Diskussionen in der Geschäftsleitung. Entscheidungen über Preisanpassungen, Investitionen oder Portfolio-Bereinigungen basieren nicht mehr auf Vermutungen, sondern auf belastbaren Daten.
Ein Produkt mit hohem Umsatz, aber geringer Marge wird anders bewertet. Ein Projektsegment mit stabilen Deckungsbeiträgen erhält strategische Priorität. Lagerpositionen mit geringer Umschlagshäufigkeit werden kritisch hinterfragt. Projektabweichungen werden frühzeitig adressiert – nicht erst beim Abschluss.
So entsteht eine aktive Steuerungslogik, in der Marge nicht nur Ergebnis, sondern bewusst gestaltete Grösse ist.

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In diesem Kontext liegt erhebliches Potenzial – sowohl für Effizienzsteigerung als auch für strategische Weiterentwicklung.
Viele KMU verfügen bereits über ein ERP-System, nutzen jedoch die Controlling-Funktionalitäten nur teilweise oder historisch gewachsen. Kalkulationsmodelle sind nicht konsistent, Kostenstellen nicht sauber definiert, Projektcontrolling wird nicht systematisch betrieben.
redPoint unterstützt Unternehmen nicht nur bei der technischen Implementierung von Business Central, sondern bei der Konzeption einer durchgängigen Profitabilitätsarchitektur. Gemeinsam mit der Geschäftsleitung werden Deckungsbeitragslogiken geschärft, branchenspezifische Anforderungen im System abgebildet und Reporting-Strukturen so gestaltet, dass Margen transparent und steuerbar werden.
Damit wird das ERP vom Buchhaltungssystem zum strategischen Instrument der Unternehmensführung.
Kostenkontrolle ist kein Sparprogramm und keine kurzfristige Effizienzinitiative. Sie ist Ausdruck unternehmerischer Klarheit. Wer weiss, wo Marge entsteht und wo sie verloren geht, kann gezielt investieren, Preise anpassen, Prozesse optimieren oder sich von unrentablen Aktivitäten trennen.
Die entscheidende Frage bleibt: Wo verlieren wir Marge?
Unternehmen, die diese Frage datenbasiert beantworten können, gewinnen mehr als Transparenz. Sie gewinnen strategische Souveränität.
Und genau dort beginnt nachhaltiger Erfolg – nicht im Umsatzwachstum allein, sondern in der Qualität der erwirtschafteten Marge.