Von manuellen Abläufen zu messbaren Quick Wins

Viele Schweizer KMU wissen, dass sie Prozesse digitalisieren sollten. Im Alltag bleibt die Umsetzung jedoch oft stecken: Freigaben laufen per E-Mail, Einsatzplanung findet in Excel statt, Produktionsrückmeldungen kommen verspätet zurück und Reports müssen manuell konsolidiert werden. Genau hier wird Prozessautomatisierung mit ERP relevant.

Ein modernes ERP-System ist nicht nur eine zentrale Datenbank für Finanzen, Einkauf oder Verkauf. Richtig eingeführt, verbindet es Rollen, Daten, Dokumente und Workflows zu nachvollziehbaren Abläufen. Für Geschäftsleitung und IT-Verantwortliche stellt sich deshalb 2026 nicht mehr nur die Frage, welche ERP-Software für KMU geeignet ist. Entscheidend ist auch, welche Prozesse damit schneller, sicherer und benutzerfreundlicher werden.

Wie kommen KMU mit ERP zu Prozessautomatisierung?

Schweizer KMU kommen mit ERP zu Prozessautomatisierung, indem sie zuerst ihre wichtigsten Geschäftsprozesse analysieren, Medienbrüche identifizieren, einfache Workflows definieren und diese anschliessend im ERP schrittweise umsetzen. Besonders gute Einstiegsbereiche sind Freigaben, Belegverarbeitung, Serviceaufträge, Ressourcenplanung, Lagerprozesse, Produktionsrückmeldungen und Reporting. Mit Microsoft Dynamics 365 Business Central, Microsoft-365-Integration und redPoint ERP lassen sich solche Abläufe zentralisieren, standardisieren und mit update-sicheren Add-ons erweitern.

Warum Prozessautomatisierung 2026 auf die ERP-Agenda gehört

Die Digitalisierung in KMU ist längst kein Zusatzprojekt mehr. Steigende Kundenerwartungen, Fachkräftemangel, komplexere Lieferketten und höhere Anforderungen an Transparenz führen dazu, dass manuelle Abläufe zunehmend teuer werden. Wenn Mitarbeitende Informationen suchen, Daten doppelt erfassen oder Freigaben nachverfolgen müssen, fehlt Zeit für wertschöpfende Arbeit.

redPoint beschreibt Prozessoptimierung und Automatisierung als Weg, Effizienz und Effektivität in Unternehmensabläufen zu steigern. Gleichzeitig wird betont, dass eine ERP-Einführung allein noch keine Prozessoptimierung garantiert. Bestehende Abläufe müssen zuerst analysiert, bewertet und danach sinnvoll im ERP umgesetzt werden.

Microsoft positioniert Dynamics 365 Business Central als ERP-Lösung für kleine und mittlere Unternehmen, die unter anderem Finanzen, Verkauf, Service, Projekte, Supply Chain, Lager und Produktion abdeckt und sich mit Microsoft 365 verbinden lässt. Für Schweizer KMU ist das besonders relevant, weil Automatisierung nicht isoliert in Fachabteilungen stattfinden sollte. Sie muss dort ansetzen, wo Daten, Aufgaben und Entscheidungen zusammenlaufen.

Der 7-Schritte-Guide: So starten KMU mit ERP-Prozessautomatisierung

Der folgende Ablauf eignet sich für Geschäftsleitung, IT und Fachbereiche, um Prozessautomatisierung strukturiert vorzubereiten. Er ist bewusst pragmatisch gehalten: Zuerst wird verstanden, dann priorisiert, danach getestet und gemessen.

SchrittZielErgebnis
1. Ist-AnalyseBestehende Prozesse, Rollen, Systeme und Medienbrüche sichtbar machen.Prozesslandkarte mit Engpässen und manuellen Aufwänden.
2. PriorisierungProzesse nach Nutzen, Aufwand, Risiko und Abhängigkeiten bewerten.Liste der wichtigsten Automatisierungsfälle.
3. Workflow-DesignZielprozesse mit Rollen, Ausnahmen und Entscheidungslogik definieren.Verständlicher Soll-Workflow für Fachbereich und IT.
4. ERP-AbgelichPrüfen, was im Standard, mit Microsoft 365 oder mit Add-ons möglich ist.Umsetzungsvariante je Prozess.
5. Proof of ConceptEinen realen Prozess im kleinen Rahmen testen.Validierter Nutzen, Akzeptanz und technische Machbarkeit.
6. EinführungRollen, Schulung, Datenqualität und Change Management absichern.Stabiler Rollout in den Arbeitsalltag.
7. MessungQuick Wins und Verbesserungen anhand klarer KPIs prüfen.Kontinuierliche Optimierung statt Einmalprojekt.

Schritt 1: Ist-Analyse ohne Schönfärberei

Am Anfang steht eine ehrliche Bestandsaufnahme. Welche Prozesse dauern zu lange? Wo werden Daten doppelt erfasst? Wo entstehen Fehler? Welche Excel-Listen sind geschäftskritisch geworden? Und welche Abläufe hängen an einzelnen Personen?

Eine gute Ist-Analyse beschreibt nicht nur Systeme, sondern auch Rollen und Entscheidungen. Für einen Kreditorenprozess bedeutet das beispielsweise: Wer erhält die Rechnung? Wer prüft sie fachlich? Wer gibt sie frei? Wo werden Belege abgelegt? Welche Informationen fehlen regelmässig? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, wird sichtbar, ob ein Prozess wirklich automatisiert werden kann oder zuerst vereinfacht werden muss.

Schritt 2: Priorisieren statt alles gleichzeitig automatisieren

Viele Automatisierungsprojekte scheitern nicht an der Technologie, sondern an zu grossen Erwartungen. KMU sollten deshalb nicht mit dem komplexesten Prozess starten, sondern mit einem Ablauf, der häufig vorkommt, klar begrenzbar ist und spürbaren Nutzen bringt.

Geeignete Startpunkte sind zum Beispiel Eingangsrechnungen, Angebots- und Auftragsfreigaben, Serviceeinsatzplanung, Lagerbuchungen, Produktionsrückmeldungen oder Standardreports. Diese Prozesse sind konkret genug für einen Proof of Concept und gleichzeitig relevant genug, um Akzeptanz im Unternehmen zu schaffen.

Schritt 3: Workflow-Design mit klaren Rollen

Ein Workflow ist mehr als eine technische Regel. Er beschreibt, wer welche Aufgabe wann erledigt, welche Informationen benötigt werden und was bei Ausnahmen passiert. Gerade in KMU sind solche Abläufe oft informell eingespielt. Für die Automatisierung müssen sie sichtbar und verbindlich werden.

Ein gutes Workflow-Design bleibt einfach. Es definiert den Standardfall, die wichtigsten Ausnahmen und die Verantwortlichkeiten. Wenn ein Workflow zu viele Sonderfälle enthält, wird er schwer verständlich und verliert Akzeptanz. Deshalb gilt: Standardisieren, bevor automatisiert wird.

Schritt 5: Proof of Concept mit einem echten Geschäftsfall

Ein Proof of Concept sollte keinen idealisierten Demo-Prozess abbilden, sondern einen realen Ablauf aus dem Unternehmen. Wählen Sie einen Prozess, der im Alltag häufig vorkommt und messbar ist. Beispielsweise eine Eingangsrechnung mit Freigabe, einen Serviceauftrag von Planung bis Rückmeldung oder eine Produktionsrückmeldung mit Materialverbrauch.

Im Proof of Concept prüfen Sie nicht nur die technische Machbarkeit. Sie prüfen auch, ob der Ablauf für Mitarbeitende verständlich ist, ob die Daten stimmen, ob Ausnahmen sauber behandelt werden und ob die gewünschte Entlastung wirklich eintritt. Genau hier zeigt sich, ob ein benutzerfreundliches ERP den Arbeitsalltag verbessert oder nur zusätzliche Klicks erzeugt.

Schritt 6: Einführung mit Schulung und Change Management

Automatisierung verändert Gewohnheiten. Deshalb braucht die Einführung mehr als eine Systemkonfiguration. Mitarbeitende müssen verstehen, warum der neue Ablauf eingeführt wird, welche Vorteile er bringt und welche Rollen sie übernehmen.

Besonders wichtig ist die Verbindung von Fachbereich und IT. Fachbereiche kennen die Realität der Prozesse. IT sorgt für Datenqualität, Berechtigungen, Systemstabilität und Integration. Wenn beide Perspektiven früh zusammenarbeiten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der automatisierte Prozess dauerhaft genutzt wird.

Automatisierungs-Quick-Wins für Dienstleistungsunternehmen

Ein ERP für Dienstleistungsunternehmen muss vor allem Projekte, Ressourcen, Serviceleistungen, Abrechnung und Kundenkommunikation gut verbinden. Viele Dienstleister verlieren Zeit, weil Leistungen dezentral erfasst, Freigaben per E-Mail eingeholt oder Auswertungen manuell erstellt werden.

Ein erster Quick Win ist die strukturierte Service- oder Projektfreigabe. Anstatt Informationen über E-Mail-Verläufe zu suchen, wird der Auftrag im ERP mit Status, Verantwortlichkeit und Dokumentation geführt. Ein zweiter Quick Win liegt in der Ressourcenplanung. Wenn Verfügbarkeiten, Aufgaben und Rückmeldungen besser verbunden sind, sinkt Koordinationsaufwand. Ein dritter Quick Win betrifft die Abrechnung: Leistungen, Zeiten, Spesen oder Materialien sollten möglichst ohne Medienbruch in Rechnung oder Projektcontrolling einfliessen.

redPoint nennt im Kontext von Business Central unter anderem Branchenwissen für Projektgeschäft, Dienstleister, Service und Unterhalt. Ergänzend können Add-ons für mobile Servicelösungen oder grafische Ressourcenplanung helfen, Serviceprozesse näher an den Arbeitsalltag der Teams zu bringen.

Automatisierungs-Quick-Wins für Produktionsbetriebe

Ein ERP für Produktionsbetriebe muss Transparenz über Material, Kapazitäten, Fertigungsaufträge, Lagerbewegungen und Kosten schaffen. Viele Produktions-KMU kämpfen mit verspäteten Rückmeldungen, manueller Nachkalkulation oder unklaren Beständen.

Ein sinnvoller Quick Win ist die digitale Produktionsrückmeldung. Wenn Materialverbrauch, Zeiten oder Fertigmeldungen zeitnah im ERP erfasst werden, verbessert sich die Steuerungsfähigkeit. Ein weiterer Quick Win ist die Verknüpfung von Lager und Fertigung. Bestände, Reservierungen und Bewegungen sollten möglichst zuverlässig abgebildet werden. Auch standardisierte Auswertungen für Ausschuss, Nacharbeit oder Auftragsstatus können schnell Nutzen bringen.

Business Central umfasst laut Microsoft unter anderem Funktionen für Lager, Supply Chain und Produktion. redPoint ergänzt diese Basis mit Apps und Add-ons für Bereiche wie Fertigung, Lager, Logistik, Reporting und Ressourcenplanung. Dadurch können Produktionsbetriebe Automatisierung schrittweise einführen, ohne jeden Prozess individuell entwickeln zu müssen.

Worauf KMU bei der ERP-Auswahl achten sollten

Die ERP-Auswahl für Schweizer KMU sollte Prozessautomatisierung von Anfang an berücksichtigen. Es reicht nicht, Funktionslisten zu vergleichen. Entscheidend ist, ob die Lösung echte Geschäftsprozesse abbilden kann, ob sie für Teams verständlich bleibt und ob Erweiterungen updatefähig sind.

Prüfen Sie deshalb in der Evaluation, welche Prozesse im Standard möglich sind, welche Integrationen zu Microsoft 365 bestehen, welche Add-ons verfügbar sind und wie der Anbieter bei Prozessanalyse, Schulung und Einführung unterstützt. Ein benutzerfreundliches ERP erkennt man nicht nur an der Oberfläche, sondern daran, dass Mitarbeitende weniger Umwege brauchen und Daten zuverlässiger entstehen.

Für Schweizer KMU ist zudem wichtig, dass lokale Anforderungen, Branchenprozesse und langfristige Wartbarkeit berücksichtigt werden. redPoint verbindet Microsoft-Dynamics-Kompetenz, Schweizer KMU-Erfahrung und standardisierte Erweiterungen für Business Central.

Fazit: Automatisierung beginnt klein, wirkt aber strategisch

ERP-Prozessautomatisierung muss nicht mit einem Grossprojekt beginnen. Der bessere Weg ist ein klar priorisierter Einstieg: einen relevanten Prozess analysieren, Workflow vereinfachen, ERP-Umsetzung prüfen, Proof of Concept durchführen und Wirkung messen.

So entstehen Quick Wins, die im Unternehmen sichtbar werden. Gleichzeitig schafft jedes erfolgreich automatisierte Szenario Vertrauen für die nächsten Schritte. Für Geschäftsleitung und IT-Verantwortliche ist das der entscheidende Punkt: Automatisierung mit ERP ist nicht nur Effizienzsteigerung, sondern ein strukturiertes Vorgehen zur Digitalisierung in KMU.

Wenn Sie prüfen möchten, welche Automatisierungsfälle in Ihrem Unternehmen den grössten Nutzen bringen, ist die neue Produktseite zur redPoint ERP Prozessautomatisierung der passende nächste Schritt.

Checkliste von redPoint

Erfolgreiches ERP-Projekt

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Autor Head Marketing, Business Development & Innovation bei redPoint AG

Michael Bechen

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FAQ

Was bedeutet ERP-Prozessautomatisierung für Schweizer KMU?

ERP-Prozessautomatisierung bedeutet, wiederkehrende Geschäftsabläufe wie Freigaben, Belegverarbeitung, Serviceaufträge, Lagerprozesse, Produktionsrückmeldungen oder Reporting im ERP-System zu standardisieren und teilweise automatisch auszuführen. Ziel ist es, manuelle Arbeit zu reduzieren, Datenqualität zu verbessern und Prozesse nachvollziehbarer zu machen.

Welche Prozesse sollten KMU zuerst automatisieren?

KMU sollten mit Prozessen starten, die häufig vorkommen, klar begrenzbar sind und spürbaren Nutzen bringen. Typische Einstiegsbereiche sind Eingangsrechnungen, Angebotsfreigaben, Serviceeinsatzplanung, Lagerbuchungen, Produktionsrückmeldungen und Standardreports.

Warum ist ein Proof of Concept bei ERP-Automatisierung sinnvoll?

Ein Proof of Concept zeigt, ob ein automatisierter Workflow technisch funktioniert, für Mitarbeitende verständlich ist und messbaren Nutzen bringt. Er reduziert Projektrisiken, weil ein realer Geschäftsprozess im kleinen Rahmen getestet wird, bevor er breiter ausgerollt wird.

Wie hilft ERP-Software für KMU bei der Digitalisierung?

ERP-Software für KMU hilft bei der Digitalisierung, indem sie Daten, Rollen, Dokumente und Abläufe in einem zentralen System verbindet. Dadurch werden Informationen schneller verfügbar, manuelle Übergaben reduziert und Entscheidungen auf einer besseren Datengrundlage getroffen.

Was ist bei einem benutzerfreundlichen ERP besonders wichtig?

Ein benutzerfreundliches ERP sollte klare Rollen, verständliche Workflows, gute Such- und Auswertungsmöglichkeiten sowie eine Nähe zu vertrauten Arbeitsumgebungen bieten. Für viele KMU ist die Integration mit Microsoft 365 wichtig, weil Mitarbeitende bereits mit Outlook, Excel und Teams arbeiten

Eignet sich Prozessautomatisierung mit ERP auch für kleinere KMU?

Ja, gerade kleinere KMU profitieren, wenn wiederkehrende Abläufe vereinfacht werden. Wichtig ist, nicht zu gross zu starten, sondern mit klaren Quick Wins zu beginnen und die Automatisierung schrittweise auszubauen.

Was ist der Unterschied zwischen Digitalisierung und Prozessautomatisierung?

Digitalisierung bedeutet, Informationen und Abläufe digital verfügbar zu machen. Prozessautomatisierung geht einen Schritt weiter: Wiederkehrende Aufgaben, Entscheidungen oder Übergaben werden nach klaren Regeln im ERP unterstützt oder automatisch ausgelöst.